Hinweise zum Blog

(Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert)

Zu den Kategorien:
Hintergrundinformationen sammelt Analysen, Beobachtungen, Daten und Fakten.
Randnotizen sind kleine Bemerkungen, insbesondere zum Blog selbst.
Wahlsinn? fasst Eindrücke aus diesem und früheren Wahlkämpfen zusammen. Beispiel: Realsatire

Anregungen, Ideen und Kommentare sind willkommen

Weitere Berichte zum Wahlergebnis

Auch Konstantin Görlich hat das Wahlergebnis inzwischen analysiert. Weitere Links folgen.

Update (askingcat): Heute berichtet die Badische Zeitung kurz über das Ergebnis der Wahlen.

Update (askingcat): Mit einem leicht veränderten Asterix-Cartoon kommentiert die Autonome Antifa ihre Sicht zu den Wahlen bzw. deren Ergebnissen.

Wenn ihr noch weitere Kommentare oder Berichte zu den Uni-Wahlen findet, sind wir für Hinweise dankbar!

Platz Eins, oder auch nicht!

Wer auf den ersten Listenplatz kandidiert, hat einen unschätzbaren Vorteil und erhält automatisch Stimmen von Wähler/innen, die einfach nur eine bestimmte Wahlliste von oben her ankreuzen. Das gilt auch für solche Menschen, die nach dem Ankreuzen bestimmter Kandidat/innen noch eine oder zwei Stimmen übrig haben, wodurch der erste Listenplatz noch einmal ganz besonders profitiert. Deshalb befinden sich darauf Kandidat/innen, die fest mit einem AStA-Sitz oder Senatsplatz rechnen. Während des Wahlkampfs wird das auch durch entsprechendes Plakatierverhalten oder diverse Plakatinhalte beworben, damit die Wähler/innen die Personen auf diesen Listenplätzen besonders unterstützen können und somit im Sinne der jeweiligen Wahlliste abstimmen. Kurioserweise wurden aber dieses Jahr sowohl Jan-Philip Unger vom RCDS als auch Laura Maylein von buf-b von jemand anderem überholt.

Die buf-Listen hatten sicher wie jedes Jahr drei der vier begehrten Senatsplätze eingeplant, welche sie auch wieder problemlos errungen haben. Allerdings ging der eine Senatsplatz von buf-b nicht wie ursprünglich vorgesehen an den zukünftigen u-asta-Vorstand Laura Maylein, sondern an Hannah Wallenfels, die sich für den unrealistischen vierten Senatsplatz der buf-Listen beworben hatte. Hier rächte sich die alte buf-Tradition der vierfachen Senatskandidatur, weil Hannah Wallenfels laut ihrem Personenplakat in den Senat wollte und genau das eben nun überraschend geschafft hat. Laura Maylein bräuchte aber diesen Senatsplatz aufgrund ihrer baldigen Tätigkeit als Vorstand der Studierenden jedoch sicherlich dringend, auch wenn ich niemals verstanden habe, wieso sich manche u-asta-Vorstände in den Senat wählen lassen wollen und manche nicht. Hannah Wallenfels als einer der beliebtesten (siehe frühere Uniwahlen) und bekanntesten (Fachschaft Politik, Hilfskraft in der Philosophie) politisch Engagierten der Universität Freiburg reichte sogar ein Platz Drei für diesen ungewöhnlichen Sprung.

Eva-Maria Bauer vom RCDS hingegen durfte vom zweiten Platz starten. Für den RCDS ging es realistisch gesehen um ein oder zwei AStA-Sitze, von denen wohl der sichere für Jan-Philip Unger und der unsichere für Eva-Maria Bauer vorgesehen waren. Entsprechend wurden in den ersten Tagen nur diese beiden Gesichter plakatiert, und damit haben wir hier das gleiche Problem wie bei den buf-Listen, denn Eva-Maria Bauer hat jetzt schließlich nur den AStA-Sitz gewonnen, der vom RCDS scheinbar ohnehin für sie vorgesehen war. Das Überholen ihres Vorsitzenden ist ungewöhnlich, aber weil sie für einen zweiten Listenplatz eigentlich nur einen durchschnittlichen Stimmenanteil eingefahren hat, muss vielleicht eher vom Zurückbleiben Jan-Philip Ungers gesprochen werden. Während sämtliche anderen Wahllisten von zukünftigen Spitzenleuten angeführt wurden, konnte bei der RCDS-Liste indirekt über die aktuelle Arbeit des derzeitigen Vorsitzenden abgestimmt werden, so wie es bei vielen anderen politischen Wahlen ohnehin üblich ist.

Erste Reaktion des RCDS!

Man möge mir verzeihen, dass jetzt schon wieder über den RCDS berichtet wird, aber diese erste Reaktion auf das Ergebnis der Uniwahlen ist bemerkenswert. Der RCDS hat wieder eines der schlechtesten Wahlergebnisse bundesweit erzielt, RCDS-Gruppen an vielen anderen Universitäten erzielen das Zweifache oder Dreifache des Stimmenanteils des RCDS Freiburg. Nach der Blamage vom letzten Jahr, als dieser mit 8,8% der Stimmen beinahe den niedrigsten Stimmenanteil aller Wahllisten erreicht hätte, konnte sich der RCDS Freiburg dieses Jahr nur gering verbessern und erzielte 10,0%. Damit erhält dieser wieder nur einen von fünfzehn AStA-Plätzen und ist folglich weiterhin (zusammen mit der Liberalen Hochschulgruppe) die schwächste Oppositionsgruppe. Was sagt der RCDS selbst dazu?

„Der RCDS hat mit +1,2% Zuwachs besser abgeschnitten als alle anderen Gruppen! Großes Dankeschön an alle Unterstützer!“

Inzwischen habe ich verstanden, wie das offenbar gemeint ist. Nach dem erstaunlich niedrigen Wahlergebnis vom letzten Jahr hat sich der RCDS in relativer Hinsicht am meisten verbessert, der Sprung von 8,8% auf 10% ist als eine stärkere Leistung zu werten als der Sprung der buf-Listen von 63,5% auf 64,8%. Und wenn man buf-a und buf-b voneinander unterscheidet, hat sich der RCDS sogar in absoluter Hinsicht am meisten verbessert, der Zuwachs von 1,2% ist höher als der Zuwachs von buf-a um 0,6% und auch höher als der Zuwachs von buf-b um 0,7%. Dass der RCDS einer erneuten vernichtenden Niederlage und einem weiteren einstelligen Stimmenanteil ziemlich knapp entgangen ist, darf natürlich als deren Erfolg gewertet werden und soll jetzt hier nicht kritisiert werden. Herzlichen Glückwunsch.

Triumph der RCDS-Frauen!

Übermäßiges Plakatieren der RCDS-Kandidatinnen Eva-Maria Bauer und Katia-Maria Günther hat sich gelohnt. Die beiden RCDS-Frauen haben für ungefähr 35% der Stimmen gesorgt, während die zehn RCDS-Männer weniger als zwei Drittel der Stimmen geholt haben. Eva-Maria Bauer und Katia-Maria Günther wurden allerdings nicht aufgrund ihres Aussehens gewählt, dieses billige Klischee möchte ich gleich als erstes widerlegt haben. Beide erhielten ihre Stimmen auf ganz normale Weise größtenteils in den eigenen Fakultäten, und Studierende anderer Fächer zeigten kein großes Interesse an den RCDS-Frauen.

Eva-Maria Bauer hat dem RCDS-Vorsitzenden und Spitzenkandidaten Jan-Philip Unger eine ungewöhnliche und ziemlich kuriose Blamage beschwert, nur ganz selten gehen die meisten Stimmen nicht an den ersten Listenplatz und somit den Spitzenkandidaten. Der Stimmenanzahl zufolge liegt das an Jan-Philip Unger selbst, der noch etwas intensiver als Eva-Maria Bauer beworben wurde und ihren (für einen zweiten Listenplatz) nur mittelmäßigen relativen Stimmenanteil trotzdem nicht überbieten konnte. Und dass sich der RCDS-Vorsitzende trotz vorteilhaftem Listenplatz und trotz deutlich höherer Öffentlichkeit nicht gegen benachteiligte andere RCDS-Leute durchsetzen kann, ist ein seltenes Phänomen. Auch ich habe dieses schlechte Abschneiden Jan-Philip Ungers im verlinkten Blogeintrag nicht vorhergesehen.

Bezüglich Katia-Maria Günther habe ich mich aber nicht getäuscht, auch wenn ich ihr vorher den dritthöchsten anstatt dem tatsächlichen vierthöchsten Stimmenanteil zugedacht hatte. Ihre abgeschlagene Platzierung hat noch verhindert, dass sie den „großen Tieren“ des RCDS gefährlich werden konnte. Während andere quotentechnisch interessanten Kandidat/innen, die gleich mehrere für eine Wahlliste ungewöhnliche Studiengänge und Fachbereiche abdecken, nur selten mit einem größeren Stimmenanteil belohnt werden, hat Katia-Maria Günther in sämtlichen ihrer drei Fakultäten ein ordentliches Ergebnis erzielt. Vielen anderen vergleichbaren Kandidat/innen schadet offenbar, dass sie in keiner ihrer vielen Fakultäten wirklich halbwegs bekannt sind.



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. google.com (4)